Quarantäne

Einer der häufigsten Fehler nach dem Kauf eines neuen Leopardgecko für das heimische Terrarium ist das nicht einhalten der Quarantäne. Unter Quarantäne versteht man das Isolieren von einem Tier auf bestimmte Zeit. Gerade bei wertvollen Tierbeständen, die vielleicht auch der Zucht dienen sollen, ist eine fehlende Quarantäne unter Umständen der Grund für eine Erkrankung aller Tiere. Wenigstens für zwei Monate sollte das neu erworbene Tier separat gehalten und beobachtet werden. Auch wenn Tiere aus der eigenen Anlage auffällige Verhaltensweisen und Symptome einer Krankheit zeigen sollten Sie aktiv werden. 

 

Leopardgeckos aus der Zoohandlung, Importe aus Übersee oder Leopardgeckos von Züchtern die mit Ihren Tieren quer durch Europa jede Reptilienmesse anfahren, diese Tiere sind extrem gestresst und anfällig für Krankheiten. Zusätzlich können während dieser Zeit nicht die optimalen Haltungsbedingungen geboten werden, was wiederum negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des Tieres haben kann. Stress schwächt bekanntermaßen das Immunsystem und lässt so in direkter Folge leichter Krankheiten entstehen oder aufflammen. Die Quarantäne dient per Definition dazu, das Einschleppen von Keimen, Viren und Bakterien in einen bestehenden Bestand zu verhindern.

Manche der häufigsten Infektionskrankheiten der Leopardgecko bewirken eine intermittierende Erregerausscheidung. Das heißt, während der Quarantänezeit sollten mindestens drei Kotproben zur Untersuchung eingereicht werden. Besonders Cryptosporidien lassen sich oft erst bei der zweiten oder dritten Probe korrekt austesten. Sollte es hier zu einem Nachweis von Krankheitserregern kommen, verlängert sich logischerweise die Quarantänehaltung.

Werden in den Kotproben immer wieder  Oxyuren, Kokzidien und Flagellaten festgestellt, so empfiehlt es sich auch einmal die Futtertiere auf Erreger zu testen. Die einfachste Gegenmaßnahme bei positiv getesteten Futtertieren ist es, den Lieferanten zu wechseln.

Für die Quarantäne empfiehlt es sich bereits im Vorfeld ein komplett eingerichtetes Terrarium bereit zu stellen. Am besten wäre es, dass es sogar in einem anderen Raum steht, da manche Keime sich auch über die Luft verbreiten können. Bei der Pflege ist es unumgänglich, auf die strikte Trennung zwischen dem Altbestand und dem Neuzugang zu achten. Was nützt es, wenn man sorgfältig auf die getrennten Utensilien achtet und dabei vergisst die eigenen Hände zu desinfizieren? Wichtig für das Quarantänebecken ist ein leicht austauschbarer Bodengrund. Küchenrollenpapier lässt sich problemlos täglich wechseln. Auch die Einrichtungsgegenstände sollten leicht zu reinigen sein. Im Idealfall lassen sich die Gegenstände im Backrohr bei Hitze desinfizieren. Für die Tägliche Pflege der Quarantänebecken empfiehlt sich das Verwenden von Handschuhen, diese können einfach entsorgt werden und stellen gleichzeitig einen Selbstschutz dar.

Unter einer Desinfektion versteht man das Abtöten von Keimen und Parasiten aller Art. Dies lässt sich über Hitzeeinwirkung erreichen oder auf chemische Art mittels eines Desinfektionsmittels. Wirksam sind Temperaturen die beim Abkochen entstehen. Oder im Backrohr bei 200° Grad für 30 Minuten verbleiben. Die Nachteile der meisten chemischen Desinfektionsmittel sind, dass sie nur gegen bestimmte Arten von Bakterien, Viren oder Pilzen 100%ig wirksam sind. Eines der zuverlässigsten Desinfektionsmittel der neuesten Generation ist das Sanosil S006. Es wirkt zuverlässig gegen Amöben, Sporen, Protozoen und alle typischen Erregerstämme der Leopardgecko. Die Wirksamkeit ist sogar auf Cryptosporidiensporen nachgewiesen worden. Ein weiterer ausschlaggebender Vorteil ist, dass die Grundlage auf Wasserstoffperoxid und Silber, ungiftig ist und die Abbauprodukte Sauerstoff und Wasser natürlich vorkommen und so auch unbedenklich in die hauseigene Spülung eingebracht werden können. Die enthaltenen Silberionen setzen sich auf den behandelten Oberflächen fest, und sorgen hier für erniedrigte Keimzahl der Flächen.

Im Anschluss an die Quarantäne muss das Terrarium wieder einsatzfähig gemacht werden. Alle Einrichtungsgegenstände müssen nach Möglichkeit erst sorgfältig gereinigt werden. Danach bedeckt in eine Desinfektionslösung gelegt werden. Der sicherste aber auch kostspieligste Weg wäre es, die Einrichtungsgegenstände zu entsorgen. Das Terrarium selbst, muss flächendeckend mit Desinfektionsmittel benetzt werden. Im Anschluss an das Trocknen der Gegenstände und des Terrariums empfiehlt sich eine dreiwöchige Auslüftungs- und Trocknungszeit. Erst danach gilt die Anlage als saniert. Wird dieses Verfahren nachlässig durchgeführt, kann beim nächsten Besatz zu einer erneuten Infektion kommen.